
Erich Fried, Zeitfragen, 1968

Erich Fried, Zeitfragen, 1968

… was mich auch immer irritiert hat:
Zuschrift einer Leserin
Ich fahre seit dem Anschlag regelmäßig jedes Jahr zu der Gedenkveranstaltung nach Hanau, da mich dieser Anschlag wirklich durch und durch erschüttert hat. So eine „urdeutsche“ Tat, ein Unterscheiden in „wir und die“, ein Denken, dass Menschen, die in Shisha Bars und Spielos sitzen und schwarze Haare haben, nicht Deutsche wären. (Wofür auch immer das jemandem wichtig ist). Schon damals hat es mich tief erschüttert, dass direkt danach das Land nicht still gestanden hat, sondern munter Fasching gefeiert hat. Hanau hätte in jeder anderen Stadt auch passieren können. Überall da, wo Leute was von „klein Istanbul‘ faseln, oder sich über die vielen Friseure aufregen …
Ich glaube, genau da fängt die Trennung durch unsere Gesellschaft an, wer denkt an die Menschen in Hanau und sagt, das hat was mit uns allen zu tun. Und wer denkt ein bisschen vielleicht nur an sich selbst bei diesen anti-afd-Demos. Und bemerkt nicht, dass es Rassismus nicht erst seit der afd gibt, sondern wir eine zutiefst rassistische Gesellschaft sind.
Schön auf jeden Fall dass ihr da ward, hab euch aus der Ferne mal gesehen.
Die Reden der Angehörigen waren wirklich sehr bewegend.

Der eine oder die andere mag am Samstag in Hadamar die gelben Courage-Transparente vermißt haben. Der Grund: Wir waren fast alle in Hanau, wie man oben erkennen kann.
Fast immer nehmen wir Aktionen vor Ort wichtiger, aber Hanau macht da eine Ausnahme. Der Mordanschlag vom 19. Februar 2020, seine Vorgeschichte, seine Umstände und die nachfolgende „Aufarbeitung“ lassen ein altes Muster erkennen: Eingestanden werden nur die unübersehbaren „Fehler“, über strukturelles Organisationsversagen wird nicht gesprochen – auch eine Form deutscher Staatsraison.
Angesichts dessen lohnt es sich vielleicht auch, einmal darüber nachzudenken, warum Hunderttausende bundesweit den jüngsten Demonstrationsaufrufen gegen die AfD in vielen Städten folgen, aber der Initiative von Überlebenden und Angehörigen der Opfer von Hanau wenig Beachtung schenkten.
„17.02.2024 Vier Jahre danach „Say Their Names!“ in Hanau 🆕“ weiterlesenImmer wieder habe ich mir vorgestellt, wie es Ferhat am Ende gegangen ist. Er war ganz alleine. Es ist zweimal ein Polizist über meinen Sohn gestiegen, um das Fenster abzuschirmen. Aber er hat sich nicht zu meinem Sohn gebeugt, um zu prüfen, ob er noch Puls hat oder Hilfe braucht. Keiner hat nach ihm gesehen. Er blieb allein. Ich kann Ihnen das Gefühl nicht beschreiben. Mein Kind ist allein geblieben. Er blieb allein, obwohl Polizisten dort waren.
Es
war
großartig!


Den Redebeitrag von Courage haben wir auf YouTube gestellt.
„10.02.2024 In Elz: Nie wieder ist jetzt! 🆕“ weiterlesenWarum sind arabische Schüler in deutschen Schulen antisemitisch? Was ist der Grund? Die haben genug Probleme hier. Es gibt viel mehr Anti-Islamismus als Anti-Semitismus. Warum kümmern sie sich um Juden und Antisemitismus? Das ist der Nahost-Konflikt. Klar.
Bis jetzt sind uns diese Reden von der großartigen Demo am Samstag, den 20. Januar zugegangen:

Am 30. Januar und 31. Januar 2024 zeigt der Verein „Weilburg erinnert“ anlässlich des Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus das Theaterstück „ÜBERdasLEBEN oder meine Geburtstage mit dem Führer“ in der Stadthalle in Weilburg.
Basierend auf den Lebensgeschichten von Zeitzeugen, setzt sich das Stück mit Jugendwiderstand und den Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus auseinander, indem es Elemente von Musik, Tanz und Schauspiel verbindet. Es richtet sich an Menschen ab 11 Jahren, aber und vor allem auch an Erwachsene, und erzählt von Schicksalen, Freundschaft und Feindschaft und verdeutlicht, dass es nötig ist, für Demokratie und Menschlichkeit einzutreten – auch heute noch.
Im „Kabarett am Gelbach“ gastiert Fatih Cevikkollu mit seinem seinem aktuellem Programm „ZOOM“.
In „ZOOM“ erzählt der Kabarettist und Schauspieler die Geschichte einer Gesellschaft die von einem Hochhaus springt und auf dem Weg nach unten sagt: „Bis hierher ist alles gut gegangen“. Dabei ist doch absolut gesehen alles über Jahrzehnte besser geworden als früher: weniger Krieg, Armut und Hunger. Das Einzige, was heute schlechter ist, ist der Blick in die Zukunft.
Kleinkunstbühne Mons-Tabor e.V.
Ort: Gelbachtalhalle in Montabaur-Ettersdorf:
Das heißt: Wir müssen Spielräume entdecken, die uns zunächst unsympathisch sind, weil sie inhuman klingen.
Und dazu bedarf es offenkundig auch der Debatte neuer Wege und nicht nur das Drehen an Stellschrauben (sic!).
Die Pläne der Rechtsextremen entstehen in einem Klima, in dem auch die demokratischen Parteien den Diskurs immer weiter nach rechts verschieben und Menschenrechte abbauen.