01.02.2024 Verfassungs„schutz“: Spitzel gegen Antifaschistin

Bei Angela Merkel war Hans-Georg Maaßen ob seiner öffentlichen Widerrede in Ungnade gefallen. Für alle, denen Merkel nicht rechts genug war, hat der Inlandsgeheimdienst seinen Ex-Präsidenten nun in den völkischen Adelsstand erhoben, indem er ihn offiziell zum „Beobachtungsobjekt“ ernannte. Das ist keine Ironie der Geschichte, sondern eher ein Weckruf, den ganzen Verein aufzulösen.

Wie der Verfassungsschutz sonst noch seinen Staat vor der Verfassung schützt, und das seit Jahrzehnten über alle wechselnden Präsidenten hinweg, das kann man in der FRankfurter Rundschau nachlesen. Und auch das ist keine Ironie der Gerichte:

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Video: Bericht der Hessenschau über den „Fall“ Gingold, der tatsächlich aber ein Fall Verfassungsschutz ist.

Frankfurter Rundschau

31.01.2024 Ein Nazi kommt selten allein

Nach und nach stellt sich heraus, dass die von Correctiv dokumentierte „Geheimkonferenz“ zur Planung von Massendeportationen nicht die einzige war, z.B.

  • am 26.1.2024 die „Frankfurter Tafelrunde“ (mit AfD-Politikern und dem Ehepaar von Luxburg)
  • bereits am 11.11.2023 trafen sich „Identitäre“ in Dasing (mit Martin Sellner und Daniel Halemba)

Nicht wirklich verwunderlich, nur wollten wir es nicht wahr haben…

Um so mehr Gründe, endlich gegen die AfD vorzugehen und weiterhin für die Demokratie auf die Straße zu gehen!

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27.01.2024 DB-Vorstand ignoriert Geschichte

Der DB-Vorstand Richard Lutz postete auf LinkedIn zur Befreiung des KZ Auschwitz vor 79 Jahren, und bekommt dafür Zustimmung von anderem Bahn-Führungspersonal, ohne dass dabei irgendwer auf die Verantwortung der Reichsbahn beim Holocaust eingeht. (Nur ein Kommentar von Elske Brault fordert das ein.)

Miriam Pütz liefert dazu beim MDR ausführliches Hintergrundmaterial.

„Zug der Erinnerung“ in Gießen

Das Verhalten der heutigen Bahn-Verantwortlichen fügt sich in den Umgang der Deutschen Bahn mit ihrer Geschichte ein wie der Weigerung, den „Zug der Erinnerung“ (Bild: in Gießen; Quelle: Wikimedia Commons) zu unterstützen.

Auch das Ausbesserungswerk in Limburg war als Teil der Reichsbahn zumindest mittelbar an Krieg und Deportationen beteiligt. Deshalb setzen wir uns seit Jahren dafür ein, das unsägliche „Eisenbahnerdenkmal“ (bekannt als „der Klotz“) in einen geeigneten Kontext zu stellen.

Links: Nützliche Verweise auf Web-Seiten und Dokumente

27.01.2024 „Dem offenen Rassismus verwandt“

Achtundzwanzig Monate dauerte die Hungerblockade der faschistischen deutschen Wehrmacht um Leningrad. Am 27. Januar 1944 durchbrach die sowjetische Armee den Belagerungsring. Über eine Million Einwohner der Stadt waren verhungert. Das monströse Verbrechen steht neben dem Mord an Juden, Sinti und Roma für die Vernichtung „nicht-arischer“ Völker im Rahmen deutscher Weltherrschaftspläne.

Der bürgerschaftliche deutsche Verein Zug der Erinnerung verweist auf die Doppelzüngigkeit regierungsamtlichen Gedenkens und der daran geknüpften selektiven Behandlung der Opfer des deutschen Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion seitens der Bundesregierung.

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19.01.2024 Von Bayer zur AfD: Wer ist Roland Hartwig?

Presse-Information vom 19.01.24
Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG)

1984 bis 2016: 32 Jahre bei BAYER/zuletzt als Chefjurist

Die BAYER-Karriere eines AfD-Nazi-Geheimbündlers

Der AfD-Politiker Roland Hartwig, der im November 2023 an dem Geheimtreffen von Partei-Mitgliedern mit Nazis, Faschisten und Rechtsextremisten teilnahm, machte 32 Jahre Karriere beim BAYER-Konzern bis hinauf in die Unternehmensspitze. 1984 in der Rechtsabteilung gestartet, leitete er ab 1997 die Patent-Abteilung und genoss ab 1999 als Chef-Jurist augenscheinlich das volle Vertrauen der Großaktionäre, Aufsichtsräte und Vorstände. Darüber hinaus nahm er für BAYER weitere wichtige Mandate in allen möglichen Bereichen und Organisationen wahr, z.B. als Vorsitzender des Rechtsausschusses des Verbands der Chemischen Industrie.

Damit war Hartwig u.a. auch verantwortlich für den menschenverachtenden juristischen Umgang mit Millionen Opfern der BAYER-Produkte im Rahmen der LIPOBAY-, DUOGYNON- und unzähliger anderer Skandale. „… nach Ansicht von Branchen-Kollegen befriedete Hartwig die Klagen professionell und gut“, meinte die „Wirtschaftswoche“ 2019 und wünschte sich mehr Leute wie ihn im Bundestag. „[E]iner der wenigen früheren Top-Manager im Parlament“, lobte das Blatt den damals bereits als Nazi-Politiker bekannten BAYER-Topmanagers.

Vor US-Gerichten verfingen die Strategien des BAYER-Chefjuristen allerdings nicht immer. Wegen Kartell-Absprachen und Medikamenten-Nebenwirkungen musste der Pharma-Riese schon vor der Glyphosat-Ära Milliarden-Strafen zahlen. Allein die unerwünschten Arznei-Effekte der Verhütungsmittel aus der YASMIN-Produktreihe kosteten BAYER 2,1 Milliarden Dollar. Von diesen Erfahrungen berichtete Hartwig dann später auf AfD-Veranstaltungen unter dem Titel „Deutsche Unternehmen im Fadenkreuz der US-Justiz“.

Spätestens seit 2013 sind die AfD-Mitgliedschaft und die rechtsradikalen Ambitionen des BAYER-Topjuristen in der breiten Öffentlichkeit bekannt. Mit Übernahme eines AfD-Mandats im Bundestag ging Roland Hartwig bei BAYER mit guten Altersbezügen in den Ruhestand und widmete sich fortan gänzlich seiner rechtsradikalen Laufbahn. U.a. wurde er persönlicher Referent der Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel und damit dem Recherche-Netzwerk Correctiv zufolge so etwas wie der „inoffizielle Generalsekretär“ der AfD.

Über die mit Sicherheit stets und auch heute noch gegebenen und anhaltenden Verbindungen und personellen Verflechtungen des langjährigen BAYER-Top-Managers zu Wirtschafts- und rechtsradikalen Netzwerken kann nur spekuliert werden. Allerdings betrachtet es Roland Hartwig als seine größte Leistung, „[e]inen internationalen Groß-Konzern juristisch durch alle Untiefen geführt zu haben“, während er zugleich z.B. den rechtsradikalen Politiker Andreas Kalbitz verteidigte. Herausragend auch 2019 die Rede beim „Staatspolitischen Kongress“, einer Veranstaltung des von Götz Kubitscheck und Karlheinz Weißmann gegründeten „Instituts für Staatspolitik“, das der Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistisch“ einstuft.

Es ist mehr als skandalös, dass ein Konzern, der dem Hitler-Faschismus mit Geld und persönlicher Unterstützung den Weg bereitet hat und dessen Führungskräfte 1949 als Nazi-Verbrecher verurteilt wurden, bis heute ungebrochen Rechtsradikalen, Nazis und Faschisten eine sichere Heimstätte, gute finanzielle Einkommen und sichere Karrieren bis in die Unternehmensspitze hinein gewährt. Im Jahr 2001 beispielsweise outete die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) den rechtsradikalen BAYER-Wissenschaftler Dr. Hans-Ulrich Höfs gemeinsam mit anderen Gruppen vom „Forum Nazifreies Krefeld / Krefelder Gesprächskreis ‚Nazis raus’“. Nach der öffentlichen Aufforderung der CBG, Höfs zu entlassen, reagierte BAYER lediglich mit einer Abmahnung.

„Faschismus ist ein politisches Konzept der Konzerne. Das wird nicht nur, aber eben immer wieder bei BAYER deutlich. In Person des BAYER-Chefs und Hitler-Förderers Carl Duisberg in den 1920er und 1930er Jahren bis zum BAYER-Chefjuristen Roland Hartwig heute“, resümiert Axel Köhler-Schnura, Gründer und Ehrenvorstand der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG).

Pressekontakt:
Jan Pehrke 0162/16 77 468
presse@cbgnetwork.org

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