
In der Corona-Krise bündeln sich alle Fragen unserer lausigen Gegenwart: Hilfe für die Armen oder die Reichen? Steuergelder für VW+Lufthansa oder für Wohnsitzlose und Flüchtlinge? Neue Kampfbomber für die Bundeswehr oder mehr Stellen und bessere Bezahlung in Krankenhäusern? Kampf gegen China oder internationale Kooperation? Offene Grenzen oder Abschottung gegen alles Un-Doitsche? Lassen wir die Italiener untergehen oder gibt es Euro-Bonds zur Lastenteilung? NATO-Manöver an der russischen Grenze oder Entspannungspolitik?
Alle Fragen, das heißt: Alle.
Und das sollen wir nur noch im Internet verhandeln? Danke nein.
Am 9. Mai sind wir wieder auf der Straße!



Per Handy bin ich zufällig auf sie gestoßen: Ihr Name ist Susana Rivera, und mit bewundernswerter Offenheit schildert sie, dass sie nicht wisse, was sie machen solle, wenn wegen Treibstoffmangels die Kitas geschlossen würden. Es ist ein kurzes Video, veröffentlicht vom UNICEF-Büro in Kuba, und sie ist die Hauptdarstellerin: 22 Jahre alt und Mutter einer einjährigen Tochter. Sie arbeitet als Grundschullehrerin und bringt anderen Kindern Lesen und Schreiben bei, ist dabei aber auf Kinderbetreuungseinrichtungen angewiesen – öffentliche Einrichtungen, die von der Revolution zur Unterstützung berufstätiger Mütter geschaffen wurden. Ihre Worte, auf Instagram eingebettet zwischen scherzhaften Reels und gelegentlichen regierungsfeindlichen Pamphleten, erschüttern mich.