Wird Regierung und Bourgeoisie endlich einsehen, wie prachtvoll ungeschickt der Moment gewählt ist, gerade jetzt die ökonomischen Kräfte Deutschlands durch neue, unerschwingliche Militärlasten zu erdrücken, wo es sich darum handelt, den industriellen Wettbewerb aufzunehmen mit der jugendkräftigsten Nation der Welt?
Die deutsche Bourgeoisie hat – vielleicht zum letzten Male – die Gelegenheit, endlich eine große Tat zu tun …
Vielleicht ist es Zufall; aber ungefähr seit das Land im Zuge der „Zeitenwende“ sich selbst in die Kriegstüchtigkeit hineinredet, geht es wirtschaftlich und infrastrukturell rapide bergab. Die nach dem Zweiten Weltkrieg obsolet gewordene kriegerische oder kompetitive Energie floss in die Wirtschaft, mit dem Ergebnis enormer industriellen Leistungen. Nun, da das Land wieder kriegstüchtig werden soll, scheint an anderer Front völlig die Luft raus. Man ist mutlos und verzettelt sich allenthalben.
Mehreren Klagen, darunter auch die der Antifaschistin Silvia Gingold, gegen die Ausweitung von Rechten des hessischen sogenannten Verfassungsschutzes hat das Bundesverfassungsgericht nun recht gegeben.
Eine ausführliche Analyse der Agentur Pressenza verweist darauf, dass es sehr viel mehr braucht, als nur ein AfD-Verbot, um den Rechtstrend wirkungsvoll zu bekämpfen.
Am Freitag in Limburg: Eine Palästinenserin und eine Jüdin singen gemeinsam für den Frieden. Ein emotionales musikalisches Ereignis für über hundert Leute. Schlußapplaus im Stehen. Dann noch John Lennons „Imagine“.
Auch am Freitag: Die einzige Partei in Israel mit palästinensischen und jüdischen Mitgliedern sei ihre eigene, sagt Reem Hazzan im Interview. Kann man hier nachlesen.
Donnerstag, 19. September 2024, 19 Uhr, Kneipe oder 2. Stock VVN-ERZÄHLCAFÉ Ulrich Sander: Der Anteil der Industrie am Krieg – früher und heute Ulrich Sander erforscht seit vielen Jahren die Beteiligung der Indus- trie an den Kriegsverbrechen. „Von Arisierung bis Zwangsarbeit. Verbrechen der Wirtschaft an Rhein und Ruhr 1933-1945“ heißt auch seine Veröffentlichung im Papyrossa Verlag, Köln 2012. Er ist Spre- cher der VVN-Initiative „Verbrechen der Wirtschaft“ (zur Kennzeich- nung und Entlarvung der Tätigkeit der ökonomischen Eliten in der NS-Zeit). An diesem Abend wird er über seine umfängliche Arbeit auf diesem Feld sprechen. Ulrich Sander, Jahrgang 1941, wuchs in sog. kleinen Verhältnissen auf. Nach der Ausbildung zum Verlagskaufmann arbeitete er als Journalist und Redakteur, zuletzt beim Pressebüro gegen Rassismus in Köln, als wissenschaftlicher Mitarbeiter zur statistischen Aufarbeitung der NS-Zwangsarbeit beim Heimatverein Lüdenscheid und als ehrenamtlicher Landesgeschäftsführer der VVN-BdA NRW. 1988 war Sander Mitbegründer der Initiativgruppe für die Rehabilitierung der Opfer des Kalten Krieges. Seit 1968 lebt er in Dortmund.