Bündnis gegen rechts
In Diez, Limburg und überall
Seit Die Linke die Berlin-Wahl gewonnen hat, trommeln Mitte-Parteien und -Medien mit einer solchen Lautstärke gegen eine potenzielle Linksregierung, dass man für einen Moment vergessen könnte, dass sich die meisten Wählenden von ihrem Kreuz schlicht eine bezahlbarere Stadt erwarten.
Seit Sonntag wird das komplette Kulturkampf-Repertoire aufgefahren: Antisemitismus-Vorwürfe, SED-Vergleiche und – last but not least – die Vorstellung eines »Islamo-Gauchisme«, also der unheiligen Allianz zwischen Linken und Islamisten.
So fordert ein leitender Redakteur des Spiegel auf X »verpflichtende Mauerspaziergänge für jeden Berliner Wahlberechtigten«, Jörg Thadeusz beendet seinen Kommentar über »dunkelrote Antisemiten« im rbb mit einem »Am Yisrael Chai« und Ulf Poschardt fantasiert von einem Ende der Brandmauer, sollten Grüne und SPD »die Hamas« an die Macht bringen.
Für alle, die zwei Augen im Kopf und den Wahlkampf der Berliner Linken verfolgt haben, muten diese Zuschreibungen albern an. Sie dienen offensichtlich dem Zweck, Vergesellschaftung zu verhindern und dafür zu sorgen, dass die Mieten weiterhin den Großteil eines Gehalts verschlingen.
Aber wenigstens haben sie auch einen positiven Effekt: Die kollektive »Rote Angst« vor diesen Veränderungen räumt endgültig mit dem Gerücht auf, die etablierten Medien seien links.
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https://jacobin.de/linke-keine-antisemitische-partei/