Ein ukrainischer Rekrut hält durchschnittlich zwei Wochen an der Front durch, dann ist er tot oder verwundet. Deswegen braucht das ukrainische Militär eine halbe Million frische Rekruten. Denn was nützen deutsche Granaten (Stückpreis von 2100 auf 3600 € gestiegen) ohne ukrainisches Kanonenfutter? Auch die FAZ findet (am 22.12.), Ukrainer hätten kein Recht auf Fahnenflucht.
Iryna Jakym, Lehrerin in einem zerstörten Dorf bei Cherson wünscht sich (in der gleichen FAZ-Ausgabe), dass das Sterben aufhört, es Verhandlungen gibt. Dass der Westen die Ukraine bald weniger unterstützen könnte, beunruhigt sie keineswegs. „Es wäre besser gewesen, er hätte erst gar nicht damit angefangen. Dann wäre es schon vorbei“, sagt sie.
Darauf kann das „deutsche Interesse“ der hiesigen Kriegs- und Rüstungslobbyisten von FAZ über Bild zu Kiesewetter, Strack-Zimmermann und Pistorius keine Rücksicht nehmen.




Per Handy bin ich zufällig auf sie gestoßen: Ihr Name ist Susana Rivera, und mit bewundernswerter Offenheit schildert sie, dass sie nicht wisse, was sie machen solle, wenn wegen Treibstoffmangels die Kitas geschlossen würden. Es ist ein kurzes Video, veröffentlicht vom UNICEF-Büro in Kuba, und sie ist die Hauptdarstellerin: 22 Jahre alt und Mutter einer einjährigen Tochter. Sie arbeitet als Grundschullehrerin und bringt anderen Kindern Lesen und Schreiben bei, ist dabei aber auf Kinderbetreuungseinrichtungen angewiesen – öffentliche Einrichtungen, die von der Revolution zur Unterstützung berufstätiger Mütter geschaffen wurden. Ihre Worte, auf Instagram eingebettet zwischen scherzhaften Reels und gelegentlichen regierungsfeindlichen Pamphleten, erschüttern mich.