Die spontanen Aktionen letzte Woche waren gut und sehr sichtbar.
Die Forderungen waren klar und richteten sich überwiegend direkt an die immer noch tatenlos zuschauende Bundesregierung.
Aber die Demonstranten hatten auch die Hoffnung, der Kreis Limburg-Weilburg könne ein besonderes Zeichen setzen, indem er sich nicht hinter der EU versteckt, vorauseilende Einschränkungen setzt und stattdessen als Kommune mit ca. 600 frei verfügbaren Plätzen für Flüchtlinge selbst voran gehen.
Im Original hatten Mitglieder dreier Parteien diese Forderungen an den Kreistag formuliert:

Das war den Vertretern der Großen Koalition im hiesigen „Souverän“ offenbar zu viel, stattdessen landete der Antrag selbst in der Tonne, und den Presseberichten zufolge begnügten sich die GroKo-Redner mit leichten Variationen über den bekannten Berliner Erklärungen, in denen auf die EU verwiesen wird.
Deren Erzählungen wiederum erleben wir seit Jahren als konstante Begleitmusik zur Aufrechterhaltung der Zustände an den europäischen Grenzen.
Immerhin gab es auch Meinungsäußerungen im Kreistag, nicht weiter EU-Länder wie Ungarn, Österreich oder die Niederlande vorzuschützen, um eigenes Nichthandeln zu rechtfertigen.



Per Handy bin ich zufällig auf sie gestoßen: Ihr Name ist Susana Rivera, und mit bewundernswerter Offenheit schildert sie, dass sie nicht wisse, was sie machen solle, wenn wegen Treibstoffmangels die Kitas geschlossen würden. Es ist ein kurzes Video, veröffentlicht vom UNICEF-Büro in Kuba, und sie ist die Hauptdarstellerin: 22 Jahre alt und Mutter einer einjährigen Tochter. Sie arbeitet als Grundschullehrerin und bringt anderen Kindern Lesen und Schreiben bei, ist dabei aber auf Kinderbetreuungseinrichtungen angewiesen – öffentliche Einrichtungen, die von der Revolution zur Unterstützung berufstätiger Mütter geschaffen wurden. Ihre Worte, auf Instagram eingebettet zwischen scherzhaften Reels und gelegentlichen regierungsfeindlichen Pamphleten, erschüttern mich.