„Wohlstandsverwahrlost“ ist als Begriff interessant. Wir leben in einem Land, in dem der absurdeste Reichtum und die absurdeste Armut akzeptiert werden, wo die einen unter Brücken schlafen, während sich die anderen ihr fünftes Feriendomizil kaufen. Das finden alle vollkommen normal. Wenn ich dann sage, dass ich für dieses Land nicht sterben möchte, das genau diesen Wahnsinn herstellt, sei das wohlstandsverwahrlost. Das ist völlig absurd. (Ole Nymoen)




Per Handy bin ich zufällig auf sie gestoßen: Ihr Name ist Susana Rivera, und mit bewundernswerter Offenheit schildert sie, dass sie nicht wisse, was sie machen solle, wenn wegen Treibstoffmangels die Kitas geschlossen würden. Es ist ein kurzes Video, veröffentlicht vom UNICEF-Büro in Kuba, und sie ist die Hauptdarstellerin: 22 Jahre alt und Mutter einer einjährigen Tochter. Sie arbeitet als Grundschullehrerin und bringt anderen Kindern Lesen und Schreiben bei, ist dabei aber auf Kinderbetreuungseinrichtungen angewiesen – öffentliche Einrichtungen, die von der Revolution zur Unterstützung berufstätiger Mütter geschaffen wurden. Ihre Worte, auf Instagram eingebettet zwischen scherzhaften Reels und gelegentlichen regierungsfeindlichen Pamphleten, erschüttern mich.