Derzeit werden noch eine Handvoll NS-Täter gerichtlich belangt, die noch Kinder waren, als man Hitler an die Macht brachte. Man darf sie wohl als „die kleinen Fische“ bezeichnen. Den Größeren und Großen erging es besser. Hans Filbinger strebte mit zwanzig in die Nazipartei.

Wir erinnern uns der einzigartigen Mischung aus Lügen und Larmoyanz, mit der er sich an sein Amt in der post-faschistischen BRD klammerte. War dies nun die letzte Enthüllung, die seine Erzählungen ins Reich der Märchen verweist?



Per Handy bin ich zufällig auf sie gestoßen: Ihr Name ist Susana Rivera, und mit bewundernswerter Offenheit schildert sie, dass sie nicht wisse, was sie machen solle, wenn wegen Treibstoffmangels die Kitas geschlossen würden. Es ist ein kurzes Video, veröffentlicht vom UNICEF-Büro in Kuba, und sie ist die Hauptdarstellerin: 22 Jahre alt und Mutter einer einjährigen Tochter. Sie arbeitet als Grundschullehrerin und bringt anderen Kindern Lesen und Schreiben bei, ist dabei aber auf Kinderbetreuungseinrichtungen angewiesen – öffentliche Einrichtungen, die von der Revolution zur Unterstützung berufstätiger Mütter geschaffen wurden. Ihre Worte, auf Instagram eingebettet zwischen scherzhaften Reels und gelegentlichen regierungsfeindlichen Pamphleten, erschüttern mich.