Das war das Motto des Generals Augusto Pinochet, dessen Putsch vor 50 Jahren in Chile nicht nur der gewählte Präsident Salvador Allende, sondern auch der Literaturnobelpreiströger Pablo Neruda, der Volkssänger Victor Jara und Tausende andere Chilenen zum Opfer fielen. Führende Politiker des „Werte-Westens“, darunter einflußreiche Vertreter der CDU, huldigten der Diktatur, denn sie hatte im Auftrag der USA einem „sozialistischen Experiment“ ein Ende gemacht. Und sie hatte ihr Land den Chicago-Boys des neoliberalen US-Wirtschaftsprofessors Milton Friedman als Experimentierfeld überlassen, dessen Rezepte ein paar Jahre darauf als Vorlage für den Thatcherism in England und die Reagonomics in den USA dienten.
Am vergangenen Samstag erlebten wir im Frankfurter Club Voltaire die Hommage
Por todo Chile – Ein Abend anlässlich vierer 50. Todestage – Pablo Neruda, Victor Jara, Salvador Allende, der Unidad Popular
der Schauspielerin und Sängerin Gina Pietsch und des Pianisten Fabio Costa. Besonders berührend die Interpretationen der Lieder von Victor Jara. In dem Fußballstadion, das heute seinen Namen trägt, wurden vermeintliche oder tatsächliche Anhänger der gewählten Regierung Allende zusammengetrieben, gefoltert und ermordet.
Erst nach der Jahrtausendwende wurden viele der Verbrechen aufgearbeitet. Die Offiziere, die dem Sänger und Gitarristen Victor Jara die Hände brachen, bevor sie ihn mit 44 Schüssen ermordeten, wurden vor wenigen Tagen, fünfzig Jahre nach den Verbrechen, zu hohen Haftstrafen verurteilt.
An die Lieder Victor Jaras und an die damaligen Ereignisse erinnert ein hörenswertes Podcast aus dem Radio Rheinwelle, das Dr. Michael Forßbohm für den Rosa-Luxemburg-Club Wiesbaden gestaltet hat.
Einige Gedanken zum doppelten 11.September
auch im Courage-Extra vom 11.September 2021



Per Handy bin ich zufällig auf sie gestoßen: Ihr Name ist Susana Rivera, und mit bewundernswerter Offenheit schildert sie, dass sie nicht wisse, was sie machen solle, wenn wegen Treibstoffmangels die Kitas geschlossen würden. Es ist ein kurzes Video, veröffentlicht vom UNICEF-Büro in Kuba, und sie ist die Hauptdarstellerin: 22 Jahre alt und Mutter einer einjährigen Tochter. Sie arbeitet als Grundschullehrerin und bringt anderen Kindern Lesen und Schreiben bei, ist dabei aber auf Kinderbetreuungseinrichtungen angewiesen – öffentliche Einrichtungen, die von der Revolution zur Unterstützung berufstätiger Mütter geschaffen wurden. Ihre Worte, auf Instagram eingebettet zwischen scherzhaften Reels und gelegentlichen regierungsfeindlichen Pamphleten, erschüttern mich.