
In Frankfurt rufen verschiedene Organisationen, darunter Vertreter der Stadtverwaltung, zur Demonstration gegen Roger Waters auf, der heute abend in der ausverkauften Festhalle auftritt. Die wenigsten Teilnehmer der Demo dürften seine Ansichten im Original studiert haben.
International hatten Tausende gegen den Versuch protestiert, Waters‘ Konzert in deutscher Staatsraison zu unterbinden. Die Liste, angeführt von Musikerkollegen wie Brian Eno, Eric Clapton und Peter Gabriel, führte auch Journalisten, Wissenschaftlern und anderen Prominenten auf. Hat die Abwägung von Staatsraison gegen Ansehensverlust zur Aufhebung des Verbots beigetragen?



Per Handy bin ich zufällig auf sie gestoßen: Ihr Name ist Susana Rivera, und mit bewundernswerter Offenheit schildert sie, dass sie nicht wisse, was sie machen solle, wenn wegen Treibstoffmangels die Kitas geschlossen würden. Es ist ein kurzes Video, veröffentlicht vom UNICEF-Büro in Kuba, und sie ist die Hauptdarstellerin: 22 Jahre alt und Mutter einer einjährigen Tochter. Sie arbeitet als Grundschullehrerin und bringt anderen Kindern Lesen und Schreiben bei, ist dabei aber auf Kinderbetreuungseinrichtungen angewiesen – öffentliche Einrichtungen, die von der Revolution zur Unterstützung berufstätiger Mütter geschaffen wurden. Ihre Worte, auf Instagram eingebettet zwischen scherzhaften Reels und gelegentlichen regierungsfeindlichen Pamphleten, erschüttern mich.