Liebe Freundinnen und Freunde der Demokratie,
liebe Engagierte für Gerechtigkeit, Vielfalt und Menschenwürde,
morgen feiern wir den Geburtstag unseres Grundgesetzes – das Fundament unserer Demokratie und das Versprechen auf Freiheit, Gleichheit und Solidarität.
Seit dem 23. Mai 1949 schützt das Grundgesetz die Würde jedes Menschen. In Artikel 1 heißt es: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Dieser Satz ist nicht nur ein juristischer Grundsatz, sondern ein klarer Auftrag an uns alle: Wir müssen dafür sorgen, dass jeder Mensch in unserem Land in Würde leben kann – unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht, Alter oder sozialem Status.
Gerade in einer Zeit, in der Hass, Ausgrenzung und Rechtsextremismus wieder lauter werden, ist das Grundgesetz aktueller denn je. Es erinnert uns daran, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist. Sie lebt von Menschen, die aufstehen, widersprechen und sich einmischen.
Wir vom Bündnis Courage gegen Rechts zeigen eindrucksvoll, wie Zivilcourage im Alltag aussieht. Mit Mut, Erfahrung und Beharrlichkeit setzen wir uns für Toleranz, Menschenrechte und eine offene Gesellschaft ein. Wir wollen damit alle Menschen hier und überall daran erinnern, dass es nie zu spät ist, Verantwortung zu übernehmen und Haltung zu zeigen.
Auch knüpfen wir unsere Ideen an die sozialen Grundrechte unseres Gemeinwesens an: an das Recht auf gleiche Chancen, auf soziale Sicherheit, auf bezahlbares Wohnen, gute Bildung und ein Leben ohne Armut.
Demokratie bedeutet nicht nur freie Wahlen, sondern auch gesellschaftliche Teilhabe für alle.
Das Grundgesetz ist ein Schutzschild gegen Willkür und Unterdrückung. Aber es bleibt nur stark, wenn wir es mit Leben füllen – mit Solidarität, mit Respekt und mit dem festen Willen, unsere Demokratie gegen ihre Feinde zu verteidigen.
Lassen wir uns an diesem Geburtstag des Grundgesetzes daran erinnern: Freiheit braucht Gerechtigkeit. Demokratie braucht Mitgefühl. Und Menschenwürde braucht unseren täglichen Einsatz.
Herzlichen Glückwunsch, Grundgesetz – und danke für 77 Jahre Freiheit, Recht und Demokratie. *)
Es lebe das Grundgesetz. Es lebe die Demokratie. Nie wieder ist jetzt.
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*) … und Schande über die, die seit 1949 dieses Grundgesetz immer wieder aushebeln, sei es durch Notstandsgesetze, Berufsverbote und Asylrechtsverschärfungen, sei es durch Ausbau des Überwachungsstaats und Einschränkung der Meinungsfreiheit.



Per Handy bin ich zufällig auf sie gestoßen: Ihr Name ist Susana Rivera, und mit bewundernswerter Offenheit schildert sie, dass sie nicht wisse, was sie machen solle, wenn wegen Treibstoffmangels die Kitas geschlossen würden. Es ist ein kurzes Video, veröffentlicht vom UNICEF-Büro in Kuba, und sie ist die Hauptdarstellerin: 22 Jahre alt und Mutter einer einjährigen Tochter. Sie arbeitet als Grundschullehrerin und bringt anderen Kindern Lesen und Schreiben bei, ist dabei aber auf Kinderbetreuungseinrichtungen angewiesen – öffentliche Einrichtungen, die von der Revolution zur Unterstützung berufstätiger Mütter geschaffen wurden. Ihre Worte, auf Instagram eingebettet zwischen scherzhaften Reels und gelegentlichen regierungsfeindlichen Pamphleten, erschüttern mich.