Am Donnerstag, den 11. Juni 2026 um 19:00 Uhr findet der nächste Vortrag in der Reihe „Hadamar-Gespräche zu Medizingeschichte, Nationalsozialismus und den Folgen“ statt, die gemeinsam von der Gedenkstätte Hadamar und dem Stadtarchiv der Stadt Limburg veranstaltet wird:
Paul von Lettow-Vorbeck (1870–1964)
Kriegsheld, Demokratiefeind, ‚Kolonial-Mumie‘
Paul von Lettow-Vorbeck (1870–1964) zählte zu den bekannten Militärgestalten des Ersten Weltkrieges. Seine Leistungen als Heerführer in Ostafrika wurden allseits bewundert, zumal seine
Truppe 1918 die letzte war, die kapitulierte. In der Zeit der Weimarer Republik genoss er großes Ansehen, obwohl er sich als Freikorpsführer und Putschist als Feind der Demokratie erwiesen hatte.Das tat seiner Popularität keinen Abbruch, die bis in die Zeit der Bundesrepublik reichte. Seine Bücher „Heia Safari“, „Afrika, wie ich es wiedersah“ oder „Mein Leben“ fanden zahlreiche Leser.
Nach ihm wurden Straßen und Kasernen benannt.
Erst in jüngster Zeit, in der die deutsche Kolonialgeschichte wieder in den Fokus der Forschung getreten ist, wird Lettow-Vorbeck kritischer gesehen und auch seine dunklen Seiten werden in seiner Bewertung berücksichtigt.
Dr. Christoph Waldecker studierte Geschichte, Landesgeschichte, Germanistik und Kanonistik an der Universität Bonn und promovierte 2001 zum Thema: „Zwischen Kaiser, Kurie, Klerus und kämpferischen Laien. Die Mainzer Erzbischöfe 1100 bis 1160. Mainz 2002“. Nach seinem Abschluss als Diplom-Archivar war er unter anderem in der Erwachsenenbildung sowie in verschiedenen Archiven tätig. Heute ist er Leiter des Stadtarchivs in Limburg an der Lahn.
Veranstaltungsort: Sitzungssaal des Rathauses der Stadt Limburg, Werner-Senger-Straße 10
Der Eintritt ist frei. Weitere Auskünfte erteilt
Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker
Tel. 06431 203368, E-Mail: christoph.waldecker@stadt.limburg.de
Der Vortrag wird aufgezeichnet und auf dem YouTube-Kanal der Gedenkstätte abrufbar sein:
www.youtube.com/c/gedenkstattehadamar.
Während der Veranstaltung werden Film- und Tonaufnahmen sowie Fotos gemacht, mit deren auch späteren Verwendung sich die Besuchenden durch die Teilnahme an der Veranstaltung einverstanden erklären.




Per Handy bin ich zufällig auf sie gestoßen: Ihr Name ist Susana Rivera, und mit bewundernswerter Offenheit schildert sie, dass sie nicht wisse, was sie machen solle, wenn wegen Treibstoffmangels die Kitas geschlossen würden. Es ist ein kurzes Video, veröffentlicht vom UNICEF-Büro in Kuba, und sie ist die Hauptdarstellerin: 22 Jahre alt und Mutter einer einjährigen Tochter. Sie arbeitet als Grundschullehrerin und bringt anderen Kindern Lesen und Schreiben bei, ist dabei aber auf Kinderbetreuungseinrichtungen angewiesen – öffentliche Einrichtungen, die von der Revolution zur Unterstützung berufstätiger Mütter geschaffen wurden. Ihre Worte, auf Instagram eingebettet zwischen scherzhaften Reels und gelegentlichen regierungsfeindlichen Pamphleten, erschüttern mich.