
„Kein Frieden mit Rechts“ steht auf dem „Klotz“, unserer Politfaßsäule. Damit treffen wir zwei Aussagen in einer:
Wir können, erstens, niemals unseren Frieden machen mit Rassismus, Menschenfeindlichkeit, Chauvinismus und Deutschtümelei, wie sie die Rechte hier im Lande betreibt und verbreitet. Weil aber (nicht nur) die Nazis ihre schlimmsten Verbrechen überhaupt erst im Krieg verüben konnten, heißt für uns Kampf gegen rechts immer auch Kampf gegen jede Kriegsvorbereitung – und umgekehrt.
Und es ist dauerhafter Frieden, zweitens, zwischen Staaten nicht vorstellbar, solange wir die genannten Kernbestandteile der rechten Ideologie nicht zurückdrängen. Denn wer humanistisch, internationalistisch, kosmopolitisch, völkerverbrüdernd unterwegs ist, der steigt nicht in die ihm zugewiesenen Schützengräben, um seine Mitmenschen zu massakrieren.
Also fragen wir uns im November-Flyer 2025 mit dem Titel „OHNE MICH!“: Warum und mit welchen Mitteln wurden und werden junge Leute für das Kriegshandwerk gewonnen?



Per Handy bin ich zufällig auf sie gestoßen: Ihr Name ist Susana Rivera, und mit bewundernswerter Offenheit schildert sie, dass sie nicht wisse, was sie machen solle, wenn wegen Treibstoffmangels die Kitas geschlossen würden. Es ist ein kurzes Video, veröffentlicht vom UNICEF-Büro in Kuba, und sie ist die Hauptdarstellerin: 22 Jahre alt und Mutter einer einjährigen Tochter. Sie arbeitet als Grundschullehrerin und bringt anderen Kindern Lesen und Schreiben bei, ist dabei aber auf Kinderbetreuungseinrichtungen angewiesen – öffentliche Einrichtungen, die von der Revolution zur Unterstützung berufstätiger Mütter geschaffen wurden. Ihre Worte, auf Instagram eingebettet zwischen scherzhaften Reels und gelegentlichen regierungsfeindlichen Pamphleten, erschüttern mich.
„Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte.“ Nein, das Zitat ist nicht von Merz, Klingbeil, Bas oder Dobrindt sondern ist schon ein paar tausend Jahre älter und wird Sokrates zugeschrieben. Ist doch spannend, dass „unsere Jugend“ einerseits als unpolitisch, hedonistisch und was auch immer gilt. Zugleich werden Schulstreik gegen Wehrpflicht und für Klimagerechtigkeit als Kindereien und Schulschwänzen abgetan …